Anfang 2022 kam ich nach Karlsruhe, in die Kirchengemeinde KA Südwest. Nun steht, bedingt durch die allgemeinen Umbrüche, schon wieder ein Wechsel am Horizont: in den Sommerferien 2025 werde ich nach Heidelberg wechseln, um künftig die neue Pfarrei Heilig Geist Heidelberg zu leiten. Die Umstände möchte ich gerne erläutern. So wende ich mich an unsere Gemeindemitglieder und Interessierte:

Liebe Menschen hier bei uns in KA-Südwest,

wir erleben herausfordernde Zeiten, auch kirchlich. Unser Bistum versucht mit der „Kirchenentwicklung 2030“ zu reagieren und unsere Gemeinden zukunftsfähig aufzustellen. Bestimmt haben Sie schon gehört, dass 2026 neue Pfarreien geschaffen werden, die unter ihrem größeren Dach Kräfte bündeln können. In diesem Zuge hat man mich gebeten, künftig noch mehr Verantwortung zu übernehmen. Erzbischof Stephan sieht mich vor als künftigen Pfarrer von Heilig Geist Heidelberg, dorthin werde ich 2025 wechseln.

Dies kommt für viele sicher überraschend, schließlich bin ich erst zwei Jahre bei Ihnen. In dieser Zeit haben wir schon einiges miteinander erlebt und auch geschafft. Da ist in vieler Hinsicht vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein allgemein positives Klima entstanden. Ich betone nachdrücklich: Sie haben mich freundlich aufgenommen, und ich fühle mich sehr wohl in unseren Gemeinden! Mit Freude und Hochachtung schaue ich auf so viel Gutes und so viel Herzblut, das bei uns zu finden ist. Der Abschied fällt mir nicht leicht – von mir aus hätten wir gerne eine gemeinsame „Ära“ prägen können!

Da ist aber auch der Blick auf das größere Ganze, wo man mich in Zukunft an anderer Stelle braucht. Bis zum Wechsel haben wir auch noch das ganze Jahr 2024, um miteinander Glauben zu leben, uns zu bestärken und Dinge auf den Weg zu bringen. Lassen Sie uns diese Zeit nutzen. Strukturen ändern sich, das Glaubensleben geht weiter. Auch in Zukunft wird es bei uns Seelsorge geben, werden Sakramente gefeiert. Die Weichen dafür stellen wir gemeinsam. Die Leitung der neuen Pfarrei St. Stephan Karlsruhe wird Pfr. Markus Miles übernehmen, den ich auch persönlich sehr schätze. In bewegten Zeiten ist gläubige Zuversicht der beste Ratgeber. Es bleibt spannend – und es wird gut! Herzlich verbunden, Ihr Marius Fletschinger“

Es fordert mich persönlich heraus, in absehbarer Zeit von Daxlanden, Grünwinkel, Oberreut wegzugehen, wo ich mich mit viel Kraft und Herzblut meinen Aufgaben gewidmet habe, wo Vertrauen und auch Freundschaft gewachsen ist. Hier steht mir ein Kapitel meiner Dissertation vor Augen, in dem ich beschreibe, wie wir „zur Improvisation“ gezwungen sind, kirchlich wie auch existentiell, in diesen schnellen und komplexen Zeiten. Zugleich ist das eben die Welt, in der wir leben, die wir auch anpacken wollen (und müssen).

Nach vorne geblickt bin zunächst dankbar, dass man mir das Vertrauen für die neue Aufgabe entgegen bringt. Ich kann allen, die es in Heidelberg betreffen mag, versprechen, dass ich mit Offenheit, Freude und Tatendrang kommen werde im neuen Jahr!

Gerne greife ich die Worte auf, die ich zur Vorstellung in Karlsruhe formuliert hatte:

Mein Wunsch, Menschen in meinem Umfeld in den Höhen und Tiefen des Lebens zu begleiten, hatte mich ins Priesterseminar geführt. Nach der Priesterweihe 2013 war ich drei Jahre Vikar in der SE Neckar-Elsenz und Jugendseelsorger im Kraichgau, dann Hochschulseelsorger in Mannheim, seit 2022 Pfarrer in der SE Karlsruhe Südwest. Als Seelsorger hatte und habe ich so viele echte und schöne Begegnungen, dass ich immer wieder spüre: ich kann etwas Sinnvolles bewirken, ich bin am rechten Platz! Unser Evangelium hat dieser Welt so viel zu geben, auch wenn wir als Kirche und als Einzelne oft hinter dem Ideal zurück bleiben. Mit Ihnen gemeinsam will ich vielfältige Formen frischen Glaubens fördern und so eine Kirche vor Ort bilden, die dem Leben dient und alle Menschen willkommen heißt. Dabei können wir auf viel Gutes zurückgreifen, was bereits da ist. Gleichzeitig stehen wir vor allzeit gültigen Herausforderungen:  

1. Was gilt es anzupacken, um glaubwürdig zu sein? Wie schaffen wir es, die nächsten Generationen mit dem ,Schatz des Glaubens‘ bekannt zu machen, wie können wir Fernstehenden und Enttäuschten vermitteln, wofür wir brennen? Wie vertiefen wir unsere eigene Suche?  

2. Welche Erneuerungen braucht es, damit wir uns in Gottesdiensten und Gebeten wiederfinden, dass sie uns mitnehmen, trösten, inspirieren?  

3. Womit reagieren wir auf Nöte unseres Umfelds, auf welche Weise leben wir Christsein in mitmenschlichem, karitativen Engagement? 

Die Aufgaben gehen uns also nicht aus. Wenn wir sie mit Engagement und Kompromissbereitschaft, Ernsthaftigkeit und Lebensfreude angehen, wird uns dieser Weg viel Tiefes und Schönes bescheren. Ich bin gespannt auf die Abenteuer mit Ihnen! Ihr Marius Fletschinger. 

3 Antworten zu „Von Karlsruhe nach Heidelberg (Sommer 25)“

  1. Lieber Herr Fletschinger, wie schade, dass wir Sie schon wieder ziehen lassen müssen. Als Sie unser Pfarrer geworden sind, war die SE sehr zerrissen und traumatisiert. Es ist Ihnen in dieser kurzen Zeit gelungen, Menschen wieder Lust auf Kirche und Engagement in der Kirche zu machen. Ich schätze Ihren feinen Humor, Ihre Klarheit und Ihre Offenheit für Menschen. Selten habe ich einen so authentischen Priester erlebt, der in der Sakristei nicht anders wirkt als im Gottesdienst. Heidelberg kann sich freuen!
    Vielen Dank für so vieles hier

    1. Ja, wir freuen uns und sind sehr gespannt und neugierig auf den Priester und Menschen Marius Fletschinger.
      Heute schon herzlich willkommen

  2. Heidelberg freut sich! 😉 Grüße aus Wiesenbach, SE Neckar-Elsenz, nicht Heidelberg, aber die Wege sind kurz! 🙂

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Trending

Entdecke mehr von Marius Fletschinger

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen