Über einen Fotografen auf der Suche nach dem gewissen Etwas. Gedanken zur Ausstellung.
Er hat Leute ausgesucht, die ihn faszinieren. Gewöhnliche Leute wie du und ich, aber halt spannend. Bernhard Frei kommt als Fotograf viel rum und hat mit unterschiedlichsten Menschen zu tun. Einige davon hat er für sein Projekt ORDINARY PEOPLE in ihrem Alltag begleitet und porträtiert. Großartige Aufnahmen sind entstanden, obwohl oder weil sie konsequent in schwarz-weiß bleiben. Nach einem extrem hochwertigen Bildband sind diese „gewöhnlichen Leute“ in der Schau in Konstanz zu sehen. Der Witz daran: welcher Hinz und Kunz wird schon abgelichtet und in einer Galerie gezeigt, zum Teil lebensgroß? – Schlicht und einfach, wer dem Frei über den Weg gelaufen ist. Er hat die Normalos zu Stars gemacht. Es brauchte nur ein Anfangsinteresse und diskrete Aufmerksamkeit durch die Linse.

Welcher Hinz und Kunz wird schon abgelichtet und in einer Galerie gezeigt, zum Teil lebensgroß?
Frei macht als Beobachter das Besondere an diesen Leuten sichtbar. Ist das Geheimnis seine geschickte Auswahl, oder geht das mit jedem Menschen, nach dem Motto: HIER KÖNNTE IHR PORTRAIT HÄNGEN? Mir gefällt der Gedanke, dass jeder Dödel auch was an sich hat (übrigens: mich hat er tatsächlich auch abgelichtet…). Es erinnert mich an die democratic camera von William Eggleton: kein setting, das nicht kamerawürdig wäre, dem man nicht etwas abgewinnen könnte. Natürlich auch demokratisch in die andere Richtung: der Star ist dann auch nicht außergewöhnlicher als die andern.
Gewöhnliche Leute wie du und ich, aber halt spannend.

Als Theologe sehe ich natürlich, wie gut sich das mit christlicher Überzeugung verknüpfen ließe: in jedem Menschen liegt etwas, das in liebenswert, besonders sein lässt. Anders gesagt:
Sind wir nicht alle ein bisschen gewöhnlich?
Die Ausstellung ORDINARY PEOPLE ist noch bis 14.1. in der Leica Galerie Konstanz zu sehen. Zu Bernhard Frei geht’s hier.








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